Pilgertag: dem Kompass nach
Ankommen: Die angenehme Kühle der Kirche spüren. Ausruhen. Nach rund 18 Kilometern Pilgerweg durch Weinberge, Wäldchen und wunderschöne Landschaften zwischen Konz und Saarburg ist die Wallfahrtskirche St. Marien in Saarburg-Beurig ein besonderes Ziel. Eine Gruppe von 19 Frauen und Männern hatte sich auf Einladung der St. Jakobusgesellschaft Trier auf das Abenteuer des „Pilgerns für einen Tag“ am 6. September 2025 eingelassen. Und die Gruppe wurde nicht enttäuscht: Es gab traumhafte Ausblicke ins Saartal, sonnige Wege durch die vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft rund um Kanzem, Biebelhausen, Ayl und Saarburg und bewegende Momente des Innehaltens am Weg.
Das bewährte Leitungsteam aus Pfarrer Dr. Martin Lörsch (Spiritual der Jakobusbruderschaft) und den beiden geistlichen Pilgerbegleitern Pia Groh und Jakob Patuschka hatte eine Reihe von spirituellen Impulsen und Gedankenanstößen vorbereitet. Leitmotiv war das Motto des Heiligen Jahres 2025, „Pilger der Hoffnung“. Am Startpunkt Bahnhof Konz stand das Thema „Aufbruch“ im Mittelpunkt, aufbrechen zu sich selbst, zu Gott und zum Nächsten.
Freundlicher Empfang in Biebelhausen
Der Kompass dieses Tages führte die Pilgergruppe über ein paar kürzere Anstiege hoch in die Weinberge, bis hin zu einem Aussichtpunkt mit weitem Blick ins Tal und zur Schleuse bei Kanzem. Hier gab es einen Impuls, dass der Kompass Gottes manchmal schwer zu verstehen ist: Dies zeigte ein Song des irischen Sängers Morrissey, der darin eigene schwere Erfahrungen mit der Kirche Irlands verarbeitet. Das Lied, eher eine Anklage, stimmte nachdenklich und setzte einen Kontrapunkt zu der sonnigen, idyllischen Landschaft ringsum. Über Treppen und Feldwege ging es danach hinunter nach Biebelhausen.
Der freundliche Empfang, den der Küster der Kapelle St. Josef, Werner Wagner, der Gruppe bereitete, kam sehr gut an, und das nicht nur wegen des bereitgestellten Mineralwassers für alle. Die Gruppe konnte sich die nur selten geöffnete Kapelle in Ruhe anschauen. Martin Lörsch erklärte Heiligen-Figuren und Bilder der Kapelle und schlug einen Bogen zu Maria, die als schwangere Frau von Nazareth zu ihrer Verwandten Elisabeth bei Jerusalem gepilgert ist.
Die anschließende Mittagsrast auf dem Spielplatz genossen alle sehr, bevor es dann zur vorletzten Etappe nach Ayl weiterging. Inzwischen war es an diesem herrlichen Spätsommertag schon recht warm geworden, und so empfanden viele den kurzen Aufenthalt in der Kirche St. Bartholomäus in Ayl als äußerst wohltuend. Hier stand das Kreuz im Mittelpunkt des Impulses: „Das Kreuz des Jesus Christus durchkreuzt, was ist und macht alles neu“ (Lothar Zenetti). Über einen alten Kreuzweg und durch ein Wäldchen führte der Weg dann auf die Höhen über Saarburg, und das Ziel der Pilgertour, die Beuriger Marienkirche, kam ins Blickfeld. Dort fand der gelungene Tag mit einer Andacht von Martin Lörsch einen schönen Abschluss. In den Taschen der Pilgerinnen und Pilger befand sich ein kleiner Kompass, den Pia Groh Allen mitgegeben hatte: So bleibt die Erinnerung an diesen buchstäblich „be-wegenden“ Pilgertag.













Jacquemoth
Privat/Andrea Stejskal-Holz