Pilgertag inspiriert: „Das Leben ist schön!“
„Das Leben ist schön!“ Auf dem Ehrenfriedhof am Prinzenkopf liegen Menschen, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer von Gewalt wurden: Deutsche Soldaten, Zwangsarbeiterinnen, kriegsgefangene Frauen und Tote von Bombenangriffen. Geradezu provokant, an einem solchen Ort das Leben schön zu finden! Aber genau das will Jakob Patuschka als geistlicher Pilgerbegleiter anstoßen: die Frage danach, was uns trägt im Leben. Still stehen die 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Pilgern für einen Tag“ zusammen, die sich am 19. September mit den geistlichen Begleitern Pia Groh, Jakob Patuschka und Martin Lörsch gemeinsam auf den Weg von Bullay nach Ürzig gemacht haben. Das Tagesmotto geht auf den tieftraurigen und doch hoffnungsvollen italienischen Film „Das Leben ist schön“ von 1997 zurück. Er zeigt, wie Menschen unter den schlimmsten Bedingungen Menschlichkeit, Hoffnung und Humor bewahren. Die spirituelle Wegorientierung ist an diesem Tag also die Suche nach dem, was das Leben aus dem Glauben heraus schön macht.
Start am „BüBa“
So ergeben sich auf dem etwa 18 Kilometer langen Weg immer wieder Gespräche. Die Pilgerinnen und Pilger sprechen über die einzelnen Impulse, tauschen Erfahrungen aus oder freuen sich an der wunderschönen Mosel-Landschaft mit weiten Panoramen und intakter Natur. Start- und Treffpunkt war der Bücherbahnhof Bullay. Dort begrüßte Heinz Müller herzlich die Gruppe und stellte die Idee des „BüBa“ vor, einen Ort der Ruhe und der Begegnung zu schaffen, den Ehrenamtliche aufrecht erhalten.
Erster Haltepunkt ist danach die Marienburg hoch über dem Moseltal, ein Ort mit reicher Geschichte. Die Marienburg war der zentrale Ort der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Trier und Heimat der Jugendverbände im BDKJ. Martin Lörsch, Spiritual der St. Jakobusbruderschaft ist und ehemaliger Regional- sowie Diözesan-Jugendpfarrer, erinnert sich: „Mit der Marienburg verbinde ich viele Erinnerungen an Schulungen, Konferenzen Kartage und Begegnungen mit den Freunden, hier habe ich viel für mein Leben gelernt.“ Ein Musik-Quartett, das in der Kirche gerade probt, heißt die Gäste musikalisch willkommen. Nach einer Zeit des Ankommens kann jeder in der Marienkapelle nebenan innehalten und eine Kerze anzünden.
Kloster Springiersbach inspiriert
Über den Prinzenkopf und den Ehrenfriedhof geht es weiter zur Dreifaltigkeitskapelle am Reiler Hals und zum wunderbar gelegenen Kloster Springiersbach, zur Mittagsrast und zur Besinnung mit einem Impuls zu den Heiligen Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz in der Rokoko-Klosterkirche. Pia Groh sagt in ihrem Impuls, die beiden Heiligen inspirierten die Gläubigen, zu vertrauen und Gott in der eigenen Seele einen Platz zu geben. Weiter geht es dann zum Bahnhof Ürzig als Ziel. Mit einer Austauschrunde und dem Abschluss-Segen, den Martin Lörsch erteilt, endet die Pilgertour. Alle haben sehr positive Eindrücke und etwas für ihr Leben mitgenommen. Und manch einer oder eine hat vielleicht eine Antwort darauf bekommen, was das eigene Leben trotz aller Dunkelheiten schön macht…….
















